Hochbegabung in der KiTa

Untersuchung in einer Kindertagesstätte zur Entwicklung hochbegabter Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung

Nicole Berger, Eva Stumpf und Wolfgang Schneider

Das Phänomen „Hochbegabung“ wurde wissenschaftlich bisher meist für den Altersbereich ab der Grundschule untersucht. Gesicherte Erkenntnisse zur Entwicklung besonderer Begabungen im Kindergarten- bzw. Vorschulalter sind kaum bis gar nicht vorhanden.
    

Das Projekt „Untersuchung zur Entwicklung hochbegabter Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung in der Kindertageseinrichtung“ soll daher an den Forschungsstand in höheren Altersbereichen anknüpfen. Dieser lässt vermuten, dass Hochbegabte keineswegs „Problemkinder“ sind, wie populärwissenschaftlich häufig angenommen, sondern dass ihre Entwicklung auch im sozialen und emotionalen Bereich positiv verläuft, bzw. sogar besser als die der normalbegabten Kinder.
     

Im vorliegenden Projekt wird nun untersucht, inwieweit sich diese Ergebnisse auf den unteren Altersbereich generalisieren lassen. Dazu erfolgt eine längsschnittliche Begleitung der Kinder der Kindertagesstätte „St. Stephan“ in Würzburg.
    

Neben den kognitiven Voraussetzungen der Kinder werden zahlreiche sozio-emotionale Faktoren erfasst, beispielsweise die Stresstoleranz und die Beliebtheit in der Gruppe sowie die Teilnahme an fakultativen Angeboten. Es  soll untersucht werden, wie hoch- und normalbegabte Kinder ihre sozialen Kontakte gestalten und welchen Gebrauch normalbegabte Kinder von den besonderen Bildungsangeboten für Hochbegabte machen. Eine weitere Fragestellung bezieht sich auf die Stabilität des Merkmals „Hochbegabung“ im Kindesalter.
  

Nach einer Planungsphase erfolgte die erste Datenerhebung in der Kindertagesstätte im Winter 2009, zum Ende des Kindergartenjahres wurden diejenigen Kinder erneut getestet bzw. befragt, die aufgrund ihrer Einschulung die Einrichtung verließen. Die zweite Datenerhebung mit allen Kindern wird im Winter 2010 stattfinden, mit einer Anschlussuntersuchung der „Schulkinder“ zum Ende des Kindergartenjahres.
    

Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gefördert.
 
 

Kontakt:

Nicole Berger

E-Mail: nicole.berger@psychologie.uni-wuerzburg.de
Tel.: 0931 / 31 80295
 
Universität Würzburg – Begabungspsychologische Beratungsstelle
Röntgenring 10
97070 Würzburg